Überschreitung Hauchenberg

Die Tage werden immer kürzer. Weiter oben lag bereits guter Schnee, so wollte ich mir eine Tour aussuchen, bei der ich diesen in einfachem Gelände ausgiebig genießen konnte. Meine Wahl fiel auf eine ca. 34 km lange Runde mit rund 900 Höhenmetern. Von Immenstadt wollte ich nach Missen wandern, von dort den Hauchenberg überschreiten und anschließend wieder zu Fuß zurück zum Ausgangspunkt.

Um genügend Zeit zur Verfügung zu haben, brach ich noch vor der Dämmerung in Immenstadt auf. Ich wanderte durch die Missener Straße zum kleinen Alpsee. Durch die Wiesen gelangte ich nach Bühl. Am Hafen erreichte ich den großen Alpsee.  Über die Promenade lief ich zum Strandbad Hauser. Unterwegs konnte ich das Lichtspiel eines vorbeifahrenden Zuges beobachten.

Auf dem Weg nach Alpseewies begann es heller zu werden. Ich querte die Bahnlinie und lief auf dem Sträßchen weiter bis zur Abzweigung zur Alpe Schönesreuth. Es war kurz vor Sonnenaufgang. Durch den Tobel stieg ich bergan. Ich beeilte mich, um nicht den schönsten Moment im Wald zu verpassen.

Im Anstieg zur Siedel-Alpe zog eine Nebelwolke über dem Alpsee auf. Ich dachte ich würde nun den Sonnenaufgang nicht mehr erleben können. Etwas später jedoch begann die Sonne durch den Nebel zu leuchten. Ich stieg weiter rasch bergauf. Der Hügel, den ich mir als meinen Fotostandpunkt ausgewählt hatte war von Dunst umhüllt. Als ich aber oben ankam, stieß ich einen Freudenschrei aus, denn ich war über dem Nebel.

Für den eigentlichen Moment des Sonnenaufgangs war ich zu spät hier oben angekommen, aber das weitere morgendliche Lichtschauspiel entschädigte für alles. Ich genoss eine Weile die Stimmung, bevor ich weiter wandern musste Richtung Pfarr-Alpe.

Dem Höhenweg nach Westen folgend, gelangte ich zunächst in mooriges Gelände. Ich musste auf Holz über einige nasse Stellen balancieren. Nach einem Waldstück begann der Weg zu den Wiesen rund um die Pfarr-Alpe anzusteigen. Die spätherbstliche, bis winterliche Stimmung spornte mich an. Ich kam zügig voran.

Als ich von der Pfarr-Alpe weiter nach Missen hinab wanderte, schob sich mein Tagesziel ins Blickfeld, der Hauchenberg. Ich folgte dem Wiesenweg hinunter zur Städele-Alpe. Dahinter bog ich rechts ab. Beim Tuffenmoos traf ich auf den Luimweg. In vielen Serpentinen stieg ich hinab nach Missen.

Ich durchquerte den Ort. Hinter der Kirche folgte ich dem Schulweg aufwärts. Unterhalb der Kreisstraße gabelte sich der Weg. Hier konnte ich zwischen zwei Varianten zum Alpkönigblick wählen. Diesmal entschied ich mich für die linke, den über Missen-Berg und den Bockerstein war ich schon mehrfach unterwegs gewesen. Ich querte die Kreisstraße, erklomm den Katzensteig und unternahm beim Hof einen Abstecher zum Kapf. Hinter den Häusern traf ich kurz darauf auf den Carl-Hirnbeinweg. Leicht ansteigend wanderte ich hinauf zum Waldrand. Dort bog ich bergwärts ab. Der Pfad führte sehr direkt hinauf zu den Anhöhen des Hauchenbergkammes. Schon bald konnte ich den ersten Fernblick in die Allgäuer Alpen genießen.

Der Hauchenberg ist lang. Es dauert ihn zu bezwingen. Nach wenigen Minuten wurde der Blick frei bis zu Altmann und Säntis in der Schweiz. Hinter dem ersten Auf und Ab stand ein Abstecher zur Räuberhöhle an. Hier konnte ich die riesigen Nagelfluhblöcke bestaunen. Über verschneite Wiesen und durch lange Waldstücke arbeitete ich mich Stück für Stück nach Osten. Unter mir lag Weitnau, eingebettet in das gleichnamige Tal. Auch die Allgäuer Alpen traten bald wieder ins Blickfeld. Endlich war es  soweit und ich hatte den letzten Anstieg zum Alpkönigblick erreicht.

Vom Aussichtsturm war mir ein wunderschöner Rundblick möglich. Hier sind nur die wichtigsten Gebiete genannt: Adelegg, Allgäuer Alpen, Nagelfluhkette, Altmann, Säntis. Danach wurde ich wieder vom Auf und Ab des Hauchenberges eingefangen. Hinter der Abzweigung nach Diepolz wartete eine letzte Steigung, bevor ich langsam nach Feundpolz hinab wanderte.

Ich lief durch den Ort und schwenkte in die Richtung Reute, Akams ein. Lange Zeit war der Wächter des Allgäus, der Grünten zu sehen. Hinter Reute querte ich einen Tobel. Nun war es nicht mehr weit zum Hochholder, von dort bot sich mir eine herrliche Aussicht in die Allgäuer Alpen und über einen Teil des Bergstättgebietes. Nach der kurzen Gipfelpause wanderte ich hinab nach Akams.

Hinter der Kirche lief ich hinab zum Hölltobel. Auf der anderen Seite erreichte ich durch die Hügel Obereinharz und kurz darauf Untereinharz. Über das Dachseck wanderte ich zum Kalvarienberg und zurück nach Immenstadt.